Eisen das wichtige Spurenelement für dein Körper

Eisen ist ein sogenanntes Spurenelement, das heißt, unser Körper benötigt den Stoff nur in einer niedrigen Konzentration, aber für sehr wichtige Funktionen. Im menschlichen Organismus ist Eisen vor allem ein wichtiger Baustein für Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport zuständig ist. Außerdem ist Eisen ein Bestandteil von verschiedenen Proteinen, Enzymen bzw. vom Muskeleiweiß Myoglobin. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Transferrin, das für den Eisentransport im Blut zuständig ist, bzw. Ferritin, das Speichereisen. Um den Eisenhaushalt beurteilen zu können, muss die Konzentration von beiden Eisenstoffen analysiert werden.

Wann tritt ein Eisenmangel auf?

Durch einseitige Ernährung, Stoffwechselstörungen oder Blutungen kann es zu einem Eisenmangel kommen. Da Sauerstoff für den Körper lebensnotwendig ist und der Transport nur mithilfe von Eisen möglich ist, können durch einen Mangel eine Reihe von Störungen in Organsystemen auftreten. Ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung leidet an chronischem Eisenmangel, wobei dieser bei Frauen häufiger zu finden ist als bei Männern. Bei einem Eisenmangel bildet der Körper mehr Transferrin, damit die vorhandenen Eisenreserven mobilisiert werden können. Als typische Symptome gelten dabei Kopfschmerzen, Müdigkeit, Blässe der Haut bzw. Leistungsschwäche. Außerdem sind die Nägel häufig brüchig und die Betroffenen sind anfälliger für Infekte. Manche Personen leiden außerdem an Herzrasen und Kurzatmigkeit bei körperlichen Betätigungen oder unter einer erhöhten Vergesslichkeit bzw. Reizbarkeit. Tritt ein Eisenmangel bei Kindern zwischen 12 und 18 Monaten auf, so kann dies auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Intelligenz haben. Bei Schwangeren kann ein Mangel zudem das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.

Symptome einer erhöhten Eisenkonzentration

Menschen, deren Eisenkonzentration zu hoch ist, leiden häufig an Erbrechen und Durchfall, außerdem ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen oftmals erhöht. Eine Eisenerhöhung kann beispielsweise durch eine Überdosierung eines Eisenpräparates auftreten, aber auch eine Transfusion eines Erythroytenkonzentrats kann zu einem Anstieg der Eisenwerte führen. Darüber hinaus können Menschen auch an einer sogenannten Hämachromatose leiden, einer erblichen Eisenstoffwechselstörung, bei der im Darm zu viel Eisen aufgenommen wird. Dieses überschüssige Eisen wird dann in der Leber abgelagert.

Bestimmung des Eisenhaushaltes

Treten die oben genannten Symptome auf bestimmt der Arzt mithilfe eines Blutbildes die Ferritin-Konzentration, das in der Leber bzw. im Knochenmark gespeichert wird. Ein Teil des Speichereisens ist auch im Blut zu finden und es gilt als ein sehr zuverlässiger Marker für einen eventuellen Mangel. Liegt der Wert unter 15 ng/ml, spricht man von einem Eisenmangel, erhöhte Werte treten bei Leberschädigungen bzw. Entzündungen auf. Die Transferrin-Konzentration ist bei einem Eisenmangel hingegen erhöht und bei schweren Erkrankungen vermindert. Darüber hinaus untersucht der Arzt auch die Hämoglobinkonzentration im Blut, die bei Männern bei 13 mg/dl, bei Frauen bei etwa 12 mg/dl liegen sollte.

Welche Personen sollten ihre Eisenwerte bestimmen lassen?

Frauen, die starke Menstruationsblutungen haben, bzw. Menschen, die an chronischen Darmerkrankungen, Müdigkeit bzw. Blutarmut leiden, sollten sich testen lassen, ob bei ihnen ein Eisenmangel vorliegt. Dasselbe gilt für Personen, die wenig oder kein Fleisch essen.

Aufnahme durch die Nahrung

Eisen kann über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden, wobei der Bedarf bei Frauen aufgrund der Regelblutung höher ist als bei Männern (Frauen etwa 15 mg täglich; Männer ungefähr 10 mg pro Tag). Einen erhöhten Bedarf haben Schwangere, die etwa 30 mg Eisen pro Tag zu sich nehmen sollten. Außerdem ist Eisen für Kinder, die sich in der Wachstumsphase befinden, sehr wichtig, für sie ist eine Aufnahme von 12 mg pro Tag zu empfehlen. Grundsätzlich gilt, dass Eisen, das in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, vom Körper besser aufgenommen werden kann als aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Sehr viel Eisen ist beispielsweise in Wurst, Fleisch, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten enthalten. Besonders Veganer bzw. Vegetarier sollten darauf achten, genügend Eisen aufzunehmen, wobei für sie vor allem Erbsen, Bohnen oder Spinat sehr gut geeignet sind. Mithilfe von Fruktose bzw. Vitamin C kann die Eisenaufnahme verbessert werden, Tee und Kaffee behindern diese hingegen aufgrund der Gerbsäuren. Außerdem sollte man darauf achten, dass Lebensmittel geschickt miteinander kombiniert werden, da man die Eisenaufnahme dann sogar bis um das 10-fache steigern kann. Aber auch die richtige Zubereitungsart kann die Resorption verbessern. So kann man beispielsweise Hülsenfrüchte und Getreide einweichen, um sogenannte Phytate (hemmende Stoffe) zu reduzieren.

Therapie bei Eisenmangel

Damit die Eisenspeicher wieder gefüllt werden können, ist es wichtig darauf zu achten, genügend Eisen aufzunehmen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei eine bewusste Ernährung, die oftmals auch durch die Einnahme von Eisentabletten noch zusätzlich unterstützt wird. Mittlerweile gibt es verschiedenste Eisenpräparate, die man je nach Schweregrad des Mangels dosiert. Bei einigen Betroffenen können durch die Einnahmeunter Umständen allerdings auch Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit auftreten. Wichtig ist, dass man die Präparate auf nüchternen Magen einnimmt, damit diese auch optimal resorbiert werden können. Sehr rasch können Eisenspeicher mithilfe von Infusionen gefüllt werden, wodurch man auch mögliche Nebenwirkungen ausschließen kann. Diese Form der Versorgung eignet sich vor allem für Menschen, die orale Präparate schlecht vertragen. Mit einer Infusion kann man etwa 1000 mg Eisen verabreichen, daher ist diese Behandlungsform vor allem für Personen geeignet, die schon an einer Eisenmangelanämie leiden.